Health IS

Der Begriff des Pervasive Computing (engl. pervasive – durchdringend, um sich greifend; auch Rechnerdurchdringung) bezeichnet die allesdurchdringende Vernetzung des Alltags durch den Einsatz „intelligenter“ Gegenstände. Insbesondere in Bezug auf die Verwendung von Informations- sowie Kommunikationstechnologie im Bereich der Medizin gewinnt dieses Konzept zunehmend an Bedeutung. Internetfähige Geräte basierend auf sensorunterstützten Messungen existieren im Überfluss und befinden sich in allen Phasen ihres Entwicklungsprozesses. Einige davon sind ausschließlich für den Gebrauch im häuslichen Umfeld konzipiert, während andere als mobile Tools zur Benutzung im alltäglichen Leben entwickelt werden.
Speziell in Hinblick auf Einsatz und Integration solcher Informationstechnologien steht die Forschung noch an ihrem Anfang. Nichtsdestoweniger lassen frühe Resultate den Schluss zu, dass sich hier einer der wichtigsten Ansatzpunkte für Innovationen in zukünftigen Gesundheitssystemen bietet. Die Labormedizin wird umfassender in die Therapie intergiert werden. Darüber hinaus ergeben sich ganz neue Dimension der Krankheitsvorbeugung und Behandlung im häuslichen Umfeld des Patienten. Aus der transformativen Natur dieser Möglichkeiten resultiert die Notwendigkeit der gezielten Forschung in Hinblick auf die Verwendung und die Einsatzmöglichkeiten des Pervasive Computing.

Healthcare 4.0

In Deutschland wird die Integration von hochtechnisierten, durch Informationssysteme unterstützten, sogenannten „Smarten Prozessen“ oftmals als vierte industrielle Revolution oder Industrie 4.01 beschrieben. Das Fehlen solcher Prozesse im klinischen Umfeld ist ein offensichtlicher Schwachpunkt des derzeitigen Gesundheitswesens. Diese Problematik beschränkt sich nicht nur auf die Medizin, vielmehr zeigt sich hier im Allgemeinen die Herausforderung welche in der Anpassung der industriellen Prozesse auf immer komplexer werdende Systeme besteht. Eine Behandlung, welche in allen Bereichen durch sichere IT-Plattformen unterstützt wird, ist eine erstrebenswerte Vorstellung für die Zukunft. Dies beinhaltet die Abbildung der medizinischen Prozesse durch „Workflow-Engines“. Darüber hinaus stellt die Extraktion, Aufbereitung und Analyse von Patientendaten eine zentrale Zielsetzung der Forschung dar.
In der heutigen Zeit werden viele Kommunikations- und Informationssysteme im medizinischen Umfeld noch als eher aufwendig und keineswegs als nützliche Ergänzung empfunden. Der hier beschriebene Ansatz der Prozessspezifikation hilft diese Wahrnehmung positiv zu beeinflussen. Zieht man jedoch die frühe Phase, in der sich dieses Forschungsfeld derzeit noch befindet, in Betracht, so steht es noch aus den Nutzen und die Kosteneffizienz eines solchen Ansatzes zu verifizieren.


Publikationen zum Thema

Pletikosa Cvijikj, I., Kowatsch, T., Büchter, D., Brogle, B., Dintheer, A., Wiegand, D., Durrer, D., Xu, R., l’Allemand, D., Schutz, Y. & Maass, W.

Health Information System for Obesity Prevention and Treatment of Children and Adolescents, European Conference on Information Systems (ECIS) 2014, Tel Aviv, Israel, 2014.
JQR-Rating: B JQR-Index: 7,37
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Büchter, D., Kowatsch, T., Pletikosa, I., Schütz, Y., L`Allemand, D., Maass, W. & Laimbacher, J.

A longitudinal study assessing an IT-supported neurological feedback in obesity intervention for children and adolescent emotional self control, fPmh2014 - 3rd annual congress foederatio Paedo medicorum helveticorum - Schweizerische Gesellschaft für Pädiatrie, 2014.
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Maass, W. & Varshney, U.

Design and Evaluation of Ubiquitous Information Systems and Use in Healthcare, Decision Support Systems, 2012(1), pp. 597–609.
JQR-Rating: B JQR-Index: 7.16; Impact Factor: 2.201
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Deus, H. F., Correa, M. C., Stanislaus, R., Miragaia, M., Maass, W., de Lencastre, H., Fox, R., Almeida, J. S.

S3QL: A distributed domain specific language for controlled semantic integration of life sciences data, BMC Bioinformatics , 2011, 12(285).
Impact Factor: 3.02; SJR Rating: Computer Science Applications: Q1, Molecular Biology: Q2; H-Index: 102
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Almeida, J., Deus, H. & Maass, W.

S3DB core: a framework for RDF generation and management in bioinformatics infrastructures, BMC Bioinformatics, 2010, 11(387).
Impact Factor: 3.02; SJR Rating: Computer Science Applications: Q1, Molecular Biology: Q2; H-Index: 102
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